Den Ausgangspunkt für die Familienforschung im Familienzweig Krickl bilden Fotos aus dem Nachlass von Frieda Franziska Krickl, die zum einen Teil beschriftet sind und zum anderen Teil von Familienmitgliedern zu Personen zugeordnet werden konnten. Es sind zudem einige mündliche Überlieferungen bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. So war u. a. bekannt, dass Frieda in einem Ort namens „Fürstenhut“ in der Tschechoslowakei als ältestes von acht Geschwisterkindern geboren sei. Der Vater von Frieda hieß Stefan Krickl und war ein Holzfäller aus dem Böhmerwald. Ihre Mutter hieß Valerie und deren Mutter wiederum sei leider früh verstorben. Man erzählt sich, dass Friedas Opa immer Süßigkeiten für die Kinder mitgebracht hat, obwohl er selbst ziemlich arm gewesen sei. Die Familie Krickl hat ihre Heimat nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verlassen und ein Großteil der Familienmitglieder gelangte letztlich nach Hessen. Die erstgeborene Tochter von Frieda Krickl und Rudi Eriksen wurde im Februar 1945 noch in Fürstenhut geboren, bevor die junge Familie Eriksen-Krickl dann nach Spaden in Norddeutschland übersiedelte.

Wie der nachfolgende Kartenausschnitt zeigt, befand sich der historische Ort Fürstenhut unmittelbar an der bayrisch-tschechischen Grenze. (Die Geschichte des Ortes Fürstenhut inkl. Vertreibung und Zerstörung werde ich an anderer Stelle gesondert beleuchten.)

Quelle: Bayerische Staatsbibliothek, Karte der Verkehrsanstalten von Bayern und Württemberg, 1884, Verwendung eines Ausschnittes gemäß CC BY-NC-SA 4.0

Zu Beginn meiner Ahnenforschung stand mir noch kein Ahnenpass zur Verfügung, sodass ich analog zu den anderen Familien zunächst mit einer Suche im Internet begonnen habe. Zur vergleichsweise großen Familie Krickl gab es viele Funde in genealogischen Datenbanken und auf privaten Homepages. Die Suchergebnisse umfassten dabei viele Krickl-Personen, welche vorwiegend aus Österreich, Bayern und Böhmen stammten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich dann endlich den richtigen Stephan Krickl und seine Frau Valeria Kubitschek gefunden habe.

Die Quellen zeigen zudem, das Stefan Krickl (mindestens) zwei Geschwister hatte: Franziska und Adalbert. Anhand der GEDBAS-Angaben zur Heirat konnte ich dann online bei meiner ersten Kirchenbuch-Recherche im Digitalarchiv des Staatlichen Gebietsarchivs in Třeboň relativ schnell den Heiratseintrag ausfindig machen. Auch zu weiteren Vorfahren habe ich dort Einträge gefunden.

Als ich dann unverhofft eine digitale Kopie des Ahnenpasses erhalten habe (Danke schön, Herbert!), konnte ich einige bis dahin offene Lücken schließen. Es gab jedoch auch Abweichungen und es stellte sich heraus, dass ein Eintrag im Ahnenpass allem Anschein nach fehlerhaft war. Auch hierzu werde ich später gesondert berichten, weil es ansonsten den Rahmen dieses einführenden Blogbeitrages sprengen würde. Weitere Ergänzungen lieferte ein von Dr. Gernot Peter erstellter Stammbaum (Vielen lieben Dank!). Wie sich herausstellte, ist der bekannte Böhmerwald-Experte2 ein Cousin 5. Grades des Ahnenblog-Verfassers.

Zum aktuellen Zeitpunkt Ende 2025 ergibt sich die folgende Ahnentafel mit Vorfahren aus Fürstenhut und Umgebung:

Wie geht es weiter? Friedas Ahnenpass und der von Gernot Peter erstellte Stammbaum sind beide in Bezug auf einzelne Zweige noch weitaus umfangreicher als der oben gezeigte Stammbaum des Verfassers. Es wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, all diese Vorfahren und ihre Lebensdaten zu überprüfen. Zumal die Holzhauersiedlung Fürstenhut auch erst um 1800 gegründet wurde und somit alle vorherigen Generationen zwangsläufig aus anderen Orten stammen. Mein Plan ist es hierbei, zunächst die Krickl-Linie soweit wie möglich zurückzuverfolgen und anschließend stückweise die anderen Herkunftsfamilien zu erforschen.

In Bezug auf die weitere Erforschung Krickl-Linie könnte sich auch der Stammbaum von Familienforscherin Andrea Egner als nützlich erweisen. Sie hat insbesondere in katholischen Kirchenbüchern der bayrisch-tschechischen Grenzregion viele Eintragungen für Krickl gefunden, welche vermeintliche Vorfahren „unserer“ Fürstenhuter Krickl sind.

Neben den Internet-Quellen recherchiere ich auch in Büchern und gewinne dabei viele Erkenntnisse sowohl über die Region Böhmerwald im Allgemeinen als auch im Besonderen über Fürstenhut sowie vereinzelt sogar über Vorfahren. Auf diese Themen und auch auf die Entstehung genau wie die Zerstörung des Ortes Fürstenhut und vieles mehr möchte ich in Folgebeiträgen genauer eingehen.

  1. Dr. Gernot Peter ist u. a. Herausgeber der Zeitschrift „Der Böhmerwald“, Vorsitzender des Böhmerwald e.V. und Obmann des Böhmerwaldmuseum Wien ↩︎