Dieser Blog Beitrag ist der erste von insgesamt 4 längeren Beiträgen, welche den vier Ahnen-Familien meiner Großeltern gewidmet sind: die Familien Priet, Renke, Eriksen und Krickl. Im vorliegenden ersten Beitrag geht es um die Ahnenfamilie von 👤Günter Karl Hermann Priet.

Im Folgenden werde ich drei Themenfelder bearbeiten:

  • Ausgangslage
  • Meine bisherige Forschung
  • Offene Fragen und Ausblick

Die Basis meiner Familienforschung zur Herkunftsfamilie Priet bildenDokumente aus dem Nachlass einerseits, sowie mündliche Überlieferungen innerhalb der Familie. Laut mündlicher Überlieferung hatte Günters Vater 👤Johann Priet mindestens zwei Geschwister: eine Schwester namens „Tine“, deren Familie ebenfalls in Bremerhaven gewohnt haben soll, und zudem noch einen Halbbruder aus Hannover. Eine besondere Quelle ist zudem ein Zeitungsartikel anlässlich der diamantenen Hochzeit von Johann und 👤Herta Lühr, welcher einige autobiografische Details zu wichtigen Lebensabschnitten und Ereignissen  enthält (Nochmals herzlichen Dank an Maruth!). In dem Zeitungsartikel erwähnt Johann u. a., dass er im Ersten Weltkrieg als Waisenjunge nach Elmlohe kam. Aus dem Familien-Stammbuch war außerdem bekannt, dass Johan Priet in Steenfelderfeld, Gemeinde Flachsmeer, geboren wurde. Seine Eltern sind im Stammbuch jedoch nicht eingetragen.

Meine bisherige Forschung begann anhand der oben genannten Informationen mit einer umfangreichen Online-Recherche. Im Gegensatz zu den Familien Krickl und Eriksen, lieferte die ausgiebige Suche im Internet für die Familie Priet nur wenige brauchbare Hinweise und zunächst keine direkten Treffer:

Die geographischen Zusammenhänge können der folgenden Karte entnommen werden:

OpenStreetMap-Kartenausschnitt mit den Orten Steenfelde, Flachsmeer, Papenburg, Tunxdorf

Dann ist mir aufgefallen, dass ein Teil der Priet aus Steenfelde nicht im OSB enthalten sind, weil diese der katholischen Religion angehörten und somit nicht in den Kirchenbüchern der evangelischen Kirchengemeinde Steenfelde verzeichnet sind. Matricula Online lieferte tatsächlich auch den Geburtseintrag Johann Priet aus den Taufmatrikeln 1902 der Gemeinde St. Bernhard zu Flachsmeer. Der Scan ist jedoch von vergleichsweise schlechter Qualität. In Kombination mit der Handschrift des Pfarrers ist der Text insgesamt und insbesondere der Name des Vaters schwer lesbar. Eine klare Übereinstimmung mit Personendaten aus den oben genannten Verzeichnissen der Priet in Steenfelde und Flachsmeer war nicht erkennbar. Eventuell konnte der Vater Bern(h)ard heißen:

Geburtseintrag Johan Priet (ICARUS – International Centre for Archival Research, CC BY-NC-ND 2.0)

Folglich musste das standesamtliche Geburtenregister der Gemeinde Flachsmeer im Niedersächsischen Landesarchiv (NLA) Aurich eingesehen werden, um hier Klarheit zu schaffen: Als Vater von Johann ist 👤Behrend Priet angegeben. (Dieser wird in der Datenbank von Herrn Wilts als ‚Bernard‘ bezeichnet, ansonsten stimmen Geburtsdaten und Abstammung überein.)

Anhand der gesicherten Forschungsergebnisse kann derzeit die folgende Ahnentafel erstellt werden:

Ahnentafel Günter Karl Hermann Priet

Was ist noch offen und wie kann die Forschung weitergehen? Im OSB Steenfelde sind weitere Vorfahren und Verwandte genannt. 👤Peter Priet (Großvater von Johann) wird ebenso in der Webgenealogie Priet/Prijt und auf der Webseite von FamilySearch aufgeführt. In diesen Quellen sind außerdem noch frühere Generationen benannt. Diese Daten können jedoch nicht ohne Weiteres in den eigenen Stammbaum übernommen werden. Alle Daten müssen zunächst kritisch hinterfragt und überprüft werden.

Zum anderen beschäftigt mich der unklare Verbleib der Familie nach der Geburt meines Urgroßvaters Johann Priet. Es gibt nämlich nach seiner Geburt keine weiteren Aufzeichnungen über Geburten oder Sterbefälle in Steenfelde oder Flachsmeer. Dies ist ungewöhnlich, da auch die Mutter bei seiner Geburt erst 23 Jahre alt gewesen ist. Die bisherigen Erkenntnisse lassen daher vermuten, dass die Familie möglicherweise noch an einen anderen Ort gezogen war.
Ich werde diesbezüglich versuchen, den Überlieferungen bezüglich der Geschwister von Johann Priet nachzugehen. Vielleicht kann man noch Nachfahren von „Tine“ aufspüren oder in den Sterberegistern von Hannover und Umgebung etwas zum Halbbruder finden. Letzteres klappt jedoch nur unter der Bedingung, dass der betreffende Halbbruder dort auch gestorben ist UND den Namen Priet getragen hat. Die Geburtsorte der Geschwister könnten dann neue Erkenntnisse liefern.
Weitere Forschungsansätze könnten sein: Suche in historischen Zeitungen der Region (sofern noch vorhanden); Umkreissuche in Bezug auf (katholische) Kirchenbücher, Friedhöfe und Kriegerdenkmäler.

Und für die weiterführende Forschung werde ich mir zu gegebener Zeit einmal die Vorfahren von Johann Priets Mutter 👤Friederica Steffens ansehen. Laut Angaben bei FamilySearch stammt einer ihrer Vorfahren von einem alten Adelsgeschlecht ab. Wenn sich das bewahrheitet, könnte dieser Zweig des Stammbaums bestenfalls über viele Jahrhunderte zurückverfolgt werden.